Pressemitteilung 07/2019 - 1. Unternehmerstammtisch

Torsten Ahrens im Gespräch mit Unternehmern

Frage an die Unternehmer: "Wo drückt der Schuh?"

1. Unternehmerstammtisch des CDU-Gemeindeverbandes Faßberg/Müden

Kürzlich hatte der CDU-Gemeindeverband Faßberg/Müden zum 1. Unternehmerstammtisch ins Landhaus Müden eingeladen. Der Vorsitzende Torsten Ahrens freute sich, dass er neben ca. 20 Faßberger Unternehmern auch den Landtagsabgeordneten Jörn Schepelmann, Holger Wirbals, Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung (MIT) der CDU im Kreis Celle und den Faßberger Bürgermeister Frank Bröhl als Gastredner und Ansprechpartner begrüßen konnte.

Dabei betonte Ahrens, dass es Ziel der Veranstaltung sei, die aktuellen Probleme der örtlichen Unternehmer zu erfahren, zukünftige Entwicklungen zu erkennen, sich darüber in ungezwungener Atmosphäre auszutauschen und nach konkreten Möglichkeiten zur Unterstützung zu suchen. Durch die Anwesenheit von MdL Schepelmann soll sichergestellt werden, dass die Ergebnisse auch Eingang in die Landespolitik finden.

In einem kurzen Eingangsstatement bedauerte dieser die Tendenz, dass EU-Vorgaben in Deutschland durch den Gesetzgeber oftmals noch unnötige Verschärfungen erfahren. Dies führe unter anderem zu mehr Bürokratie in den Prozessen. Deshalb habe Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann es sich zum Ziel gesetzt, bürokratische Hürden abzubauen und so die niedersächsische Wirtschaft zu entlasten. Neben dem regelmäßigen Dialog mit Unternehmern sei dazu u.a. in seinem Ministerium eine Stabsstelle „Bürokratieabbau“ eingerichtet worden. Außerdem sprach Schepelmann einige Vorhaben an, die sich im Moment in der Umsetzung befinden, wie z.B. Vereinfachung Planungs- und Vergaberecht sowie Unterstützung im Bereich Unternehmensneugründungen.

Holger Wirbals, der in Nienhagen eine eigene IT-Firma mit 22 Mitarbeitern führt, beschrieb in seinem Kurzvortrag die Tätigkeit der MIT der CDU. Er konstatierte einen deutlichen Fachkräftemangel, welcher nur durch Eigenausbildung im Unternehmen ausgeglichen werden könne. Neben der kompletten Abschaffung des Solidaritätszuschlages, forderte er auch den Wegfall der Zeiterfassungspflicht und warnte vor Erhöhungen der Gewerbesteuer. Ein jüngster Erfolg des MIT war die Intervention im Hinblick auf die Bestellung eines Datenschutzbeauftragten, der zukünftig erst ab zwanzig Mitarbeitern notwendig werde.

Bürgermeister Bröhl betonte die Herausforderung, junge Menschen nach Abschluss der Schulausbildung in der Gemeinde zu halten und berichtete von eigenen Initiativen wie der erstmals durchgeführten „Jobsause“. Er sieht dabei einen Verbund aus einem guten Schul- und Betreuungsangebot, sowie anderen Einrichtungen der Daseinsvorsorge wie Geschäfte, Ärzte, Breitband-Infrastruktur und lebendige Vereine als elementar an. Positiv für die Gemeinde und die Unternehmer sei aber, dass die Einwohnerzahl Faßbergs entgegen früherer Befürchtungen weitgehend stabil sei. 

In der anschließenden lebhaften Diskussion kamen viele Beispiele aus der Praxis zur Sprache, die die Tätigkeit der Unternehmer hemmen. Übereinstimmend wurde beklagt, dass bei der Gesetzgebung die Belange der Handwerker und mittelständigen Unternehmer kaum mehr berücksichtigt würden und eine Flut von durchaus fragwürdigen bürokratischen Auflagen unnötige Kosten verursache. Dies führe dazu, dass letztendlich für eine Arbeitsstunde dem Kunden das Vielfache in Rechnung gestellt werden müsse, wie dem ausführenden Arbeiter als Lohn gezahlt werde. Im Weiteren gilt es die aktuellen Herausforderungen im Umgang mit Schulabgängern zu bewältigen und Wege zur Motivation der jungen Menschen bei der Berufswahl zu finden.
Mehrheitlich wurden die oft weiten Wege zu den Berufsschulen und ein teilweise hoher Unterrichtsausfall beklagt, sowie der Fächerkanon der Berufsschulen hinterfragt. Ein Teilnehmer merkte zudem an: „Es kann doch nicht zielführend sein, nur diese Mängel zu beklagen. Vielmehr müssen wir uns auf den heutigen Auszubildenden einstellen und im Betrieb eine entsprechend intensive Weiterbildung und Betreuung organisieren.“

Der Landtagsabgeordnete Schepelmann nahm zu den angesprochenen Themen einige konkrete Anfragen mit und versprach bei einem zukünftigen Termin einen Sachstandsbericht abzugeben. Er sagte auch zu, dem CDU-Gemeindeverband - nach abschließender Beratung - den Gesetzestext zur geplanten Erleichterung bei Ausschreibungen der Gemeinde zur Verfügung zu stellen.
Abschließend waren sich die Teilnehmer einig, dass der Meinungsaustausch fruchtbar gewesen sei und das Format „Unternehmerstammtisch“ mit Schwerpunktthemen wie Ausbildung, Digitalisierung und Wirtschaftsförderung fortgesetzt werden sollte.

Nach gut zweieinhalb Stunden bedankte sich Torsten Ahrens für Teilnahme und die engagierte Diskussion und kündigte an, im nächsten Frühjahr zu einem weiteren Stammtisch unter dem Motto „Wirtschaftsförderung“ einzuladen. Dazu werden ebenfalls wieder Fachreferenten eingeladen, um eine Diskussion auf sachlich fundierter Ebene führen zu können.

Hans-Jürgen Birk
Mitgliederbeauftragter


Bild:  Gemeindeverbandsvorsitzender Torsten Ahrens im Gespräch mit Unternehmern
Foto: J. Heins